Schneeschuhtouren Jaun TW (SS/B/WT2) Andreas Isenschmid

TourengruppeSchneeschuhtour, Senioren
Startdatum4.2.20
Enddatum7.2.20
Anmeldeschluss15.1.20
Anmeldenhttps://touren.sac-hoherrohn.ch/tours/view/5d4345b8-fb80-4900-9e2e-0115ac120018
Beschreibung

4.2.2020-7.2.2020 [Di-Fr] 4-tägiger Schneeschuhplausch in Jaun (FR)

Wir durchstreifen faszinierende Landschaften und entdecken auf einfachen Schneeschuhwanderungen die traumhafte Natur im Gebiet des Jaunpasses. Der Jaunpass auch ‘Röstipass’ genannt, verbindet das bernische Simmental mit dem Greyerzerland.

Anreise: Dienstag 4. Februar 2020 (mit OeV, Gruppenbillett wird
angestrebt)
Rückreise: Freitag, 7. Februar 2020

Unterkunft:
Hotel: Hotel Wasserfall, 1656 Jaun.
www: wasserfall-cascade.ch

Kosten pro Person: im DZ Fr 82.40 plus Fr. 30 HP
Im EZ Fr 97.40 plus Fr. 30 HP

Zusätzliche Kosten: Bahnbillett
Mittagessen oder Picknick
Getränke und Snacks

Auswahl von vorgesehenen Touren (Abweichungen aufgrund Schneebedingungen und Wetter möglich)

– Soldatenhaus Trail, 9 km, Aufstieg 480 M, Abstieg 1’000 M, WT2
– Jaunpass Trail, 8 km, Aufstieg 220 M, Abstieg 220 M, WT2
– Jaunpass – Hundsrügg, 11 km, Aufstieg 600 M, Abstieg 600 M, WT2
– Oberbach Trail, 3 km, Aufstieg 180 M, Abstieg 180 M
– Jaun – Charmey, 9 km, Aufstieg 110 M, Abstieg 260 M

Teilnehmerzahl: 12 – 15 Personen

Die obigen Angaben stammen aus unserem Tourenreservationssystem (climbIT).

Tourenbericht

TeilnehmerInnen
Christina De Boni, Marianne Engeli, Liselotte Pouly, Agnes Isenschmid, Ernst Engeli, Werner Honegger, Hans Peter Rohrer
Verhältnisse
Am ersten Tag starker Wind und Schneefall, ab zweiten Tag tolles sonniges Winterwetter mit herrlichem Neuschnee

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Tourenbericht Dienstag, 4. Februar 2020 – Hans Peter Rohrer

Das Sturmtief Petra hält, was es uns versprochen hat. Es windet stark bei leichtem Schneefall, als wir auf der Passhöhe unsere Tour beginnen. Keiner ahnt, was uns bevorsteht. Schon beim ersten Aufstieg überrascht uns ein heftiger Graupelschauer – und zwar wagrecht. Wir packen uns ein wie Nordpolforscher, stapfen einfach weiter. Sicht gleich null. Erst hinter dem Wind im Wald erholen wir uns vom ersten Schock. Es geht aufwärts auf die Alp Bäderberg, welche total vereist ist. Der gestrige Regen hat bis weit hinauf gereicht und ist über Nacht pickelhart gefroren. Wir sind froh um jede Metallzacke an unseren Schneeschuhen. Aber es kommt noch schlimmer. Windböen, nein Orkanböen mit nagelspitzen Schneekristallen bläst uns fast aus den Schuhen. Nur gebückt kommen wir noch vorwärts – ein Inferno. Zum Glück geht’s hinter dem Bergrücken im Windschatten wieder besser, aber nur kurz. Ein weiterer Graupelschauer will uns wohl beweisen, was Winter auch sein kann. Wir erreichen wieder das Restaurant auf der Passhöhe. Noch selten wurde eine warme Wirtsstube so sehr geschätzt. Welch ein Einstand in eine Tourenwoche!
Hans Peter Rohrer

Tourenbericht Mittwoch, 5. Februar 2020 – Liselotte Pouly

Der Schneesturm vom Anreisetag ist weiter gezogen, in Jaun liegt eine schöne Menge Schnee. Dieser muss allerdings zeitig weggeräumt werden, die Hauptstrasse vor dem Hotel ist die Verbindung zum Jaunpass und dem Simmental.

Die Räumung beschert uns allerdings eine nicht ganz ruhige Nacht ;-) ! Bereits vor 4 Uhr sind die Schneepflüge und -Fräsen im Einsatz, kurven auch uns Hotel herum, aber als wir dann aufstehen, freuen wir uns alle über das schöne Weiss, die gestern noch verhüllten Berge, den Wasserfall und vor allem über die aufziehenden Sonnenstrahlen und den immer blaueren Himmel.

Die genussvolle Scheeschuhwanderung führt uns heute in 3 Stunden grösstenteils dem Jaunbach, der später zu La Jogne wird, entlang nach Charmey. Dabei überqueren wir die Sprachgrenze. Jaun ist die einzige deutschsprachige Gemeinde im Greyerzbezirk, der Dialekt « Jaundeutsch » ist speziell ; in Charmey wird Französisch gesprochen.

Die Wanderung ist nicht schwierig, es geht immer talabwärts. Um so mehr hängen wir unseren Gedanken nach, laufen rhythmisch hintereinander und gleichen dabei dem Tussigfüessler Balthasar. Aber plötzlich schrecken wir auf, ein Steinschlag donnert den Fels runter, nach kurzer Zeit noch mehr Steine und immer wieder. Unheimlich diese Wucht! Wir laufen auf der geschützten Talseite und entdecken nach kurzer Zeit weit oben am Hang einen Bagger, der die Steine bergab schleudert. Also kontrollierter Steinschlag. Wir entspannen uns.

Wir kehren zur Mittagsstärkung im Restaurant des Hôtel Sapin in Charmey ein. Dort hat während Wanderferien unter Leitung von Isenschmids vor 3 Jahren auch eine Hohronen Seniorengruppe logiert.

Den Nachmittag verbringen wir „getrennt“; 3 Frauen besuchen Les Bains de la Gruyère und geniessen im warmen Aussenbecken bei Sprudel und Schwimmen das tolle Panorama der Greyerzer Berge. Die anderen kehren nach Jaun zurück und entdecken beim Dorfspaziergang manch schönes, stattliches Holzchalet, den Friedhof mit den einzigartigen handgeschnitzen Holzkreuzen, verbringen Zeit beim Wasserfall, der Kraftort und zugleich Wahrzeichen von Jaun ist.

Das Hotel hat Ruhetag, beim Nachtessen sind wir allein im Restaurant. Die Bedienung will dann auch mal Feierabend machen, und so gehen wir früh zu Bett und tanken Kraft für die morgige, strenge Wanderung auf den Hundsrügg.

Tourenbericht für Donnerstag 6. Februar 2020 – Werner Honegger

Wetter: Prächtig, wolkenlos, sehr gute Fernsicht Von Jaun fahren wir Schneeschuh Wanderer per Postauto auf den Jaunpass (1509 m, ca. 25 cm Schnee). Unser Tourenziel, der Hundsrügg (2047 m) ist bereits sichtbar. Zusammen mit etlichen Skifahrern wandern wir auf breitem Bergesrücken in offenem, meist nur mässig ansteigendem Gelände Richtung Süden. Nach einem kurzen Trinkhalt erreichen wir in zwei Stunden den Vorgipfel Oberenegg (1926 m), der für die Skifahrer schon das Ziel ist. Wir hingegen ziehen auf stillem einsamen Gratpfad weiter und erreichen mit abwechslungsreichem Auf und Ab in einer weiteren halben Stunde den Hauptgipfel des Hundsrügg. Hier bietet sich uns ein wunderbares Gipfelpanorama aus Berner-, Walliser-, Waadtländer- und Freiburger-Alpen und von Osten her strahlen die fein ziselierten Kalkwände der berühmten Gastlosenkette. Der Abstieg erfolgt auf der gleichen Route und auf dem Jaunpass lassen wir den schönen Tag mit einem Getränk in einer Buvette ausklingen bis uns das Postauto wieder nach Jaun bringt. Hamy hat die Wanderung umsichtig und kompetent geleitet. Vielen Dank dafür.

Am Dorfrand entspringt an der Talflanke eine, von weitem sichtbare, gewaltige Quelle mit zeitweise bis über 6’000 Liter/sec, die sofort als ansehnlicher Wasserfall und dann als magisches, stark von Moos bewachsenes Gewässer zum Jaunbach fliesst.

Tourenbericht Freitag, 7. Februar 2020 – Christina De Boni

Bei strahlend blauem Himmel, erreichen wir pünktlich den Bus, der uns zur Talstation der Sesselbahn bringt. In Musersbergli, im Schatten auf 1540 m Höhe, trinken wir wegen des kalten Morgens erneut Kaffee und Ovi. Eine herrliche Aussicht geniessen wir auf die schneebedeckten Berge der anderen Talseite. Aufgewärmt starten wir mit Schneeschuhen an den Füssen, zu unserem Hauptziel von Heute. Nach kurzem Abstieg und noch kürzerem Aufstieg erreichen wir die Stelle, wo die Sonne durch den Fels der Gastlosenberge blitzen soll. Wir sind nicht die Einzigen, die zu diesem Spektakel pilgern. Um ca. 11 Uhr, grosses Raunen und Staunen… tatsächlich scheint plötzlich die Sonne durch den Schlitz in der mächtigen Wand, *Grossmutterloch genannt. “Manifique!“ etc. tönt es von allen Seiten. Nach intensivem Fotografieren geht unsere Tour weiter Richtung Tal. Der Schnee ist erstaunlich gut und so erreichen wir unser Hotel nach etwa 2 Stunden. Auf der Sonnenterrasse, direkt gegenüber dem Wasserfall, stärken wir uns für die Rückreise. Herzlichen Dank an Andreas (Hamy) und alle TeilnehmerInnen, für die schönen und erlebnisreichen Tage rund um Jaun, die viel zu schnell vorüber gingen.

* Sage “Der Teufel selbst soll nämlich in dieser unwirtlichen Gegend gehaust haben. Im Zorn schleuderte er einmal seine Grossmutter über die Felskette. Sogleich von Reue gepackt, schlug er mit der Faust ein Loch in die Felswand und konnte die Grossmutter wieder ergreifen, bevor sie auf dem Boden aufschlug.“

BerichterstatterIn
Hanspeter Rohrer, Liselotte Pouly, Werner Honegger und Christina de Boni - Photos Marianne Engeli