Riederalp – Belalp – Sparrhorn 3020m (AW/B/T3) Peter Hausmann

TourengruppeAlpinwandern (T4-T6), Sektion, Senioren
Startdatum30.9.20
Enddatum1.10.20
Anmeldeschluss22.9.20
Anmeldenhttps://touren.sac-hoherrohn.ch/tours/view/5d8b1d7a-a934-49b9-b6bb-01cfac120018
Beschreibung

30.9.2020-1.10.2020 [Mi-Do] Am ersten Tag reisen wir mit dem Zug via Bern und Brig zur Riederalp. Nach einem Startkaffee im Restaurant Derby, Tel. 027 927 10 33, marschieren wir zur Rieder Furka and dann hinunter zum Grünsee wo wir eine gemütliche Mittagsrast machen. Dann steigen wir nochmals etwas bergab zur Brücke, welche uns über die Massa führt. Von nun an geht’s bergauf via Oberaletsch zum Aletschbord wo wir im Hotel Belalp übernachten, Marschzeit ca. 4 ½ Stunden, T2, 900 m auf und 700 m ab.

Am zweiten Tag steigen wir hoch zum Sparrhorn 3020m, T3, Aufstieg 900 m, ca. 3 Stunden, Abstieg zur Bergbahn Belalp, 1000 m, ca. 2 Stunden. Mit der Seilbahn nach Blatten und mit dem Postauto nach Brig.

Verpflegung:
Halbpension im Hotel Belalp. Lunch am ersten und zweiten Tag aus dem Rucksack.

Billet:
1. Tag: Wädenswil – Bern – Brig – Mörel – Riederalp West ca. Fr. 60.00
2. Tag: Belalp – Blatten – Brig – Zürich – Wädenwil ca. 62.00
Falls Einer-Zimmer erwünscht bitte bei Anmeldung vermerken, Mehrpreis Fr. 20.00

Teilnehmeranzahl beschränkt auf 11 Teilnehmer

Die obigen Angaben stammen aus unserem Tourenreservationssystem (climbIT).

Tourenbericht

TeilnehmerInnen
Liselotte Bigler, Heidi Bornhauser, Beat Bornhauser, Marianne Engeli, Ernst Engeli, Marianne Frei, Clara Geel, Rita Neidhart, Eva Maria Neidhart, Elsbeth Reinhard, Agnes Staub, Christine Wyssling
Verhältnisse
sonniges Herbstwetter, nur wenig Schnee

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30.9.2020
Etwas Unsicherheit bestand schon, bei der doch relativ späten Anberaumung dieser Walliser Wandertour des SAC Hoher Rohn. Der erste markante Wintereinbruch mit Schneefall runter bis 1000 Höhenmeter erfolgte ja erst kurz vorher. Der gefallene Schnee schmolz zwar rasch weg. Ein solideres gut – Wetter – Fenster eröffnete sich aber erst präzise am Morgen unseres ersten Wandertages. Der Entscheid, die geplante Tour durchzuführen, fiel also nicht allzu schwer.
Unsere Gruppe : – Frauen / Männer Verhältnis 10 zu 3 – startete schliesslich auf der Riederalp. Dies nach morgendlicher Stärkung im Cafe Derby. Vorerst ging es im Gänsemarsch hoch zur Riederfurka. Die geschichtsträchtige, jetzt von der Pro Natura als Ausbildungszentrum genutzte Villa Cassel liessen wir links liegen. Auf dem Wege runter durch den Aletschwald zur Massaschlucht begegneten wir einigen Wallisern Hochwildjägern. Einige davon sogar erfolgreich, nach ihrer morgendlichen Pirsch. Zu sehen war dies an den zusammengebundenen Füsschen ihrer erlegten Opfer, die aus ihren Rucksäcken hervorguckten. Unten in der Schlucht angekommen, lud der idyllische Grünsee zur Mittagsrast. Der Blick wurde bald von der spektakulären Hängebrücke gefesselt, welche schwankend und im grossen Schwung die Massaschlucht überquert. 124 m lang und 80 m über der Talsohle wurde sie 2008 neu erstellt. Der Blick talaufwärts reichte über die Moränenlandschaften bis zur Gletscherzunge. Betrüblich festzustellen ist auch hier der offensichtlich unaufhaltsam fortschreitende, klimawandelbedingte Schrumpfungsprozess unserer Alpengletscher. Anschliessend ging es die langgezogene Rampe hoch zu unserem Tagesziel, dem Hotel Belalp. Der im obern Teil des Pfades angelegte gemauerte Zickzackweg forderte doch noch einige Schweisstropfen.
Unser Aufenthaltsort, das Hotel Belalp, war in jeder Hinsicht ein Volltreffer. Ursprünglich noch aus der Belle Epoque stammend, wurde es 2019 noch einmal einer umfangreichen und stilgerechten Renovation unterzogen. Auch wir profitierten von dem atemberaubenden Gesamtpanorama auf die Walliser Bergwelt von der Sonnenterrasse und zum Nachtessen vom Panoramarestaurant aus. Alle namhaften Titulare der Walliser 4000er gleissten da im Abendlicht. Dass dann noch die grosse gelborange Scheibe des ( Fast- ) Vollmondes über dem abgedunkelten Berghorizont hochstieg, war sozusagen der Höhepunkt unseres ersten Wandertages.

1.10.2020
Unser Tourenleiter hatte für entsprechend schlechtere Wetter- und Wegverhältnisse verschiedene Varianten evaluiert. Der Blick nach oben zum schon primär anvisierten Sparrhorn zeigte aber eine recht weitgehende Aperung des Berggeländes bis relativ hoch oben. Wir konnten also den Weg getrost unter unsere Füsse nehmen. Es ging am Tyndall Denkmal vorbei, über feuchte Alpwiesen, übersät mit
( über- ) reichlich Schafsmist. Der Bergpfad schlängelte sich im letzten Teil des Gipfelaufbaus hoch und war noch teilweise schneebedeckt. Der Blick von oben war wiederum phantastisch. Eine direkte Sicht zum gegenüberliegenden Aletschhorn, runter zur Oberaletschhütte und zum gleichnamigen Gletscher, dem zackigen Rücken des Fusshorns und zum Nesthorn war gegeben. Den Blick von den Berner Alpen weg, zu den Walliser Alpen gewendet, offenbarte sich uns erneut das grosse Breitleinwandkino der Walliser 4000er. Der Gipfelrast war etwas kürzer, als gedacht. Zunehmende Wolkenschlieren, aufkommender Wind und Kühle, zwangen uns bald zum Abstieg. Etwas weniger exponiert, konnten wir unsere Mittagsrast halten. Natürlich mag es Schöneres geben, als ein Abstieg über ein Alpingelände, welches von Liften erschlossen und vorwiegend für den Skisport genutzt wird. Die Auswirkungen auf Alpmatten und Flora sind unübersehbar. Dies hinderte uns aber nicht, unseren Tourenabschlusstrunk im Restaurant der Bergstation der Blatten – Belalp Luftseilbahn einzunehmen.
Wir konnten in glückliche und zufriedene Gesichter schauen. Alle waren noch erfüllt von den Eindrücken dieser schönen zwei Wandertagen im Riederalp – Belalp Gebiet.

Danke an alle Teilnehmenden. Natürlich vor allem auch an unseren umsichtigen Tourenleiter
Peter Hausmann.

Berichterstatter: Beat Bornhauser

BerichterstatterIn
Beat Bornhauser, Fotos: Marianne Engeli + Peter Hausmann