Chläbdächer 2141m (SS/B) Caspar Sträuli

TourengruppeSchneeschuhtour, Sektion
Startdatum24.11.19
Enddatum24.11.19
Anmeldeschluss22.11.19
Anmeldenhttps://touren.sac-hoherrohn.ch/tours/view/5c93df1f-8e80-4283-836d-0006ac120019
Beschreibung

24.11.2019 [So] Mit den Schneeschuhen auf die Chläbdächer

Im Norden hat es einfach zuwenig Schnee für eine Skitour ohne Steinkontakt. Und in den Süden möchte ich für die Einlaufskitour nicht fahren. Das ist mir im November zu weit.

Deshalb führe ich die Tour mit den Schneeschuhen durch.
Wir fahren mit dem Auto in die Weglosen und besteigen die Chläbdächer. Ein Gipfel mit Tiefblick ins Muotatal und umgeben von unerwartet zackigen Vorarlpenbergen.

Die obigen Angaben stammen aus unserem Tourenreservationssystem (climbIT).

Tourenbericht

TeilnehmerInnen
Peter Bitterli, Beat Bornhauser, Luzia Lussi, Valerie Osann, Katrin Sträuli, Regina Wey,
Verhältnisse
Variabel: bis zur Drusberghüttte grün, über 2000m erhebliche Lawinengefahr.

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Der Parkplatz in der Weglosen ist leer. Wir parkieren unsere zwei PW’s, schnallen die Schneeschuhe auf unsere Rucksäcke und ziehen los. Der Föhn hat das bisschen Schnee, das vor ein paar Tagen fiel längst weggeputzt. Auf der apern Strasse streben wir der Drusberghütte entgegen. Es gibt viel zu erzählen.

Auf 1600m beginnt der Schnee. Wir montieren die Schneeschuhe und besprechen die Lage. Die Schneehöhe ist gering, gleichwohl besteht über 2000m eine erhebliche Lawinengefahr. Schuld ist der Föhn. Die Besteigung der Chläbdächer ist sehr wahrscheinlich zu gefährlich. Eine Alternative wäre der Piet. Die Gruppe bevorzugt die Chläbdächer. Wir nehmnen das Risiko in Kauf, in der Twäriberglücke umkehren zu müssen. Der Aufstieg entlang der mächtigen, dunklen Drusberg-Nordwand zieht uns magisch an.

Der Weiteraufstieg bietet alles: Knietiefer, feuchter Schnee, abgeblasene Rücken und Blockfelder, durch die es einen Weg zu finden gilt. Der Himmel ist bewölkt, ab und zu sehen wir die Sonne, ausser uns ist kein Mensch weit und breit. Typisch November. Das Licht ist wunderschön. Am Himmel türmen sich düstere Wolkengebilde. 50 Meter über der Twäriberglücke machen wir auf einem grossen Absatz eine Pause.

Während die Gruppe die veganen Weihnachtsguetzli von Regina kostet, steigt Caspar dem Grat entlang weiter auf bis zur Rechtsquerung. Es liegt nicht viel Schnee, vielleicht können wir die Chläbdächer über den Sommerweg besteigen. Leider ist dieser verreist. Von den Bändern hängen lange Eiszapfen herunter. Ohne Steigeisen geht das nicht. Der Winteraufstieg, – er führt westlich um die Bänder herum – ist sehr steil und führt durch einen Hang mit viel Triebschnee. Er ist bei diesem Lawinenbulletin nicht zu verantworten.

Die Gruppe nimmt das Verdikt gelassen hin und lässt es sich nicht nehmen, den Umkehrpunkt mit einem Bütsch dal Piz zu feiern. Der Abstieg ist schnell erzählt, rutschend und springend geht es hinab bis zur (geschlossenen) Drusberghütte und weiter, per pedes bis zu den Autos. In einem rauchfreien Restaurant in Unteriberg lassen wir die Tour ausklingen. Sie war vergnüglich, stimmungsvoll und schön einsam.

BerichterstatterIn
Caspar Sträuli