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Vella, Morissen, Surcuolm (W/B/T1) Fritz Keller

Tourengruppe/-Typ Senioren, Wandern (T1-T3)
Startdatum 2008-02-07
Enddatum 2008-02-07
Anmeldeschluss 2008-02-06
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Beschreibung

7.2.2008 [Do] DIE TOUR WIRD AM DO 7. FEBR. DURCHGEFÜHRT.

Ins Lugnez (Val Lumnezia, Tal des Lichtes), das grösste Seitental des Bündner Oberlandes, zweigen wir beim Städtchen Ilanz aus dem Vorderrheintal nach Süden ab. Von Vella (1244 m), dem dritten Dorf an der Strasse nach Vrin, wandern wir auf gepfadetem Strässchen zum kleineren Bergdorf Morissen (1337 m). Nach einem kleinen Wald am Ostrand des Piz Mundaun, der auch Bündner Rigi genannt wird, bietet sich uns beim Punkt 1618 eine herrliche Aussicht auf d

Tourenbericht

Teilnehmer:innen
Stephen Bond, Erika Bruderer, Fritz Burkhardt, Noldi Galm, Clara und Cees Geel, Ute Hugentobler, Paul Huggel, Fritz Keller TL, Dietrich Maiwald, Eugen Schildtknecht, Werner Schneider, Doris Schwendimann, Elisabeth Spring, Katja Tresselt, Theo Zwygart.
Verhältnisse
Eine Störung brachte auf Mittwoch viel Wind mit Regen. Die Tour wurde um einen Tag verschoben, zumal die Vorhersage für Donnerstag ruhiges und freundliches Wetter versprach. Nun, in der Früh waren im Rheintal noch Schauerzellen vorhanden, zudem trieb eine schwache Bise Wolken und Nebel weit ins Vorderrheintal. Verständlich gab es lange Gesichter, allein der TL blieb optimistisch.

In das wenig bekannte Lugnez (Val Lumnezia, „Tal des Lichtes“), das grösste Seitental des Bündner Oberlandes, brachte uns Die Post bequem von Ilanz hinauf nach Vella (1250 m), Hauptort der Talschaft. Die Geschichte der Gemeinde ist mit der Patrizierfamilie de Mont verknüpft, die ab dem 15. Jh. die politische Führung übernommen hatte. Zeitzeugen auf dem Dorfplatz sind stattliche Häuser und das Casti de Mont. Die Lumnezia gilt als typisches Beispiel einer Sakrallandschaft: Kirchen, Kapellen und Wegkreuze sind Zeugen eines religiösen Brauchtums, das v.a. in Gotik und Barock sein Gepräge erhielt.

Kaffee/Gipfeli gab’s im rustikalen Hotel Gravas (Tische geschmückt mit Thai-Orchideen!), bekannt durch hausgemachte Ravioli und kulinarische Köstlichkeiten. Der mit einer dünnen Neuschneeschicht versehene Winterwanderweg beginnt bei Scheune und Wohnhaus des bekanntesten Schweizer Biobauern, Renzo Blumenthal. Weder der schöne Mister CH noch seine Ladina lassen sich blicken. Am Eingang zum kleinen Bergdorf Morissen (1337 m) passieren wir das Museum Alte Mühle mit der Sämann Holzplastk. Beim gemütlichen Angehen des langen, sanft ansteigenden Wegstückes können wir die lichtdurchflutete Landschaft bewundern. Blauer Himmel und Nebelbänke, Licht und Schatten, Wärme und Kälte wechseln ständig. Zeitweise erkennt man im Süden die markanten Piz Terri und Piz Ault. Nach einem kleinen Wald am Ostgrat des Piz Mundaun, der auch „Bündner Rigi“ genannt wird, erreichen wir die Kapelle Sogn Carli nahe beim Punkt 1618 m und dem Berghaus „Bündner Rigi“ der Familie Desax-Andriuet. Im Säli des gemütlichen Restaurants serviert uns Mario sympathisch und in rascher Folge Getränke, würzigen Salatteller und ein feines Pizoggelgericht. Einige ergänzen gar mit Kaffee/Kuchen. Am runden Tisch erkennen und begrüssen wir in Skimontur Armin mit Frau.

Wieder an der frischen Luft, begeistern die frisch verschneiten Nordhänge in einer ganz andern Bergwelt. Wir geniessen die Aussicht über das Vorderrheintal bis nach Chur, aber auch auf die höchsten Berge der Surselva. Kaum losmarschiert, überholt uns Armin jauchzend und carvt gekonnt talwärts. Ein breit gepfadeter Winterwanderweg führt uns zum höchsten Punkt (1650 m) vorbei an zerstreuten Bauernhäusern bis zum Berggasthaus Cuolm Sura (1616 m) im Herzen des Skigebietes. Es bietet sich eine unvergleichliche Aussicht über das Hochplateau von Flond, Surcuolm und Obersaxen. Vom Oberalpstock im Westen schweift der Blick über die Tödigruppe bis zum Calanda. Der kurvenreiche aber leicht zu gehende Abstieg nach Surcuolm (1346 m) lässt uns die Dörfer und Runsen der Wildbäche auf der anderen Talseite näher rücken. Ohne Hast sind wir rechtzeitig im Dorfkern angelangt. Pünktlich um 14.53 Uhr fährt uns der Postchauffeur hinab nach Ilanz und die RhB durch die enge, archaische Schlucht des stark mäandrierenden Laufes des Vorderrheins.

Auf der Heimfahrt dankten zufriedene und aufgestellte TeilnehmerInnen für die abwechslungsreich gestaltete und gemütlich verlaufene Winterwanderung. Es hat echt Spass gemacht.

Berichterstatter:in
Fritz Keller