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Um die Engehalbinsel (Aare), Bern (W/B/T1) Agnes Isenschmid

Tourengruppe/-Typ Senioren, Tourengruppen-Parent, Wandern (T1-T3)
Startdatum 2026-10-07
Enddatum 2026-10-07
Anmeldeschluss 2026-10-04
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Beschreibung

7.10.2026 [Mi] Nach K+G im Gasthof Tiefenau in Worblaufen führt uns die Wanderung hinunter zur Aare. Dem Fluss folgen wir auf dem rechten Ufer entlang, am Schloss Reichenau und am Aare-Inseli vorbei bis zur Bremgartenbrücke, Danach steigen wir hinauf zum Engewald und erreichen durch den schattigen Forst unser Mittagsziel, das Zehendermätteli. Hier machen wir einen längeren Picknick-Halt. Es besteht auch die Möglichkeit für Kaffee und Kuchen im Selbstbedienungs-Restaurant einzukehren. Die Nachmittagstour führt uns weiter durch den Engewald, am Römerbad vorbei, zum Ausgangspunkt Worblaufen zurück. Hier verkehren alle paar Minuten Züge zurück nach Bern.
Wanderung: 11.5 km Länge, 210 Hm aufwärts, 215 Hm abwärts. Wanderzeit gut 3 Stunden.

Wanderroute antippen:
https://schweizmobil.ch/de/tour/266223543 Hinfahrt:
Wädenswil ab 08.02, S 25, Zürich HB ab 08.32, Gleis 32, Bern ab 09.39 S 8 Richtung Bätterkinden, Worblaufen an 09.43

Rückfahrt: Bern ab 16.02, Wädenswil an 17.27

Tourenbericht

Teilnehmer:innen
Hamy Isenschmid, Doris von Rickenbach, Elisabeth Kühne, Hedy Streuli, José Schildknecht, Peter Hausmann
Verhältnisse
angenehmes Wanderwetter

Aare Tour mit Überraschungen

Für die relativ weite Anfahrt über Bern nach Worblaufen wurden wir mit verschiedenen sehr interessanten baulichen aber auch geologischen und hydrologischen Entdeckungen entlang der Aare mehr als entschädigt.

Als erstes treffen wir auf Sedimentgestein: Sandstein, Nagelfluh und Mergel, Abtragungsschutt aus der Entstehungszeit der Alpen in der Zeitspanne von vor rund 30 bis 10 Millionen Jahre. Nach grösseren Niederschlägen verfrachtete die Uraare grobes Material bis weit ins Vorderland. Durch oxidierende Verhältnisse wurde die Mergelwand hier rot verfärbt.

Als nächstes passieren wir das Schloss Reichenbach. Es ist ein Kulturgut von nationaler Bedeutung. Rudolf von Erlenbach hat hier im 14 Jahrhundert ein erstes festes Gebäude, eine Burg, erbaut. Der aktuelle und imposante Barockbau mit französischer Gartenanlage wurde ab 1683 durch Beat Fischer von Wyler und Reichenbach erbaut. Er hat den Briefverkehr zwischen dem Deutschen Reich und den spanischen Ländern gefördert und war 1675 der Begründer der Fischer’schen Post, mit der die Entwicklung des schweizerischen Postwesens begann. Sehr romantisch die kleine Fähre über die Aare, der kürzeste Weg in die Stadt Bern. Wir aber wollten ja noch weiterwandern.

Flussabwärts wartet ein highlight der Biodiversität, die Stucki-Quelle.
Aus dieser Hangquelle fliessen 250 bis 1000 Liter Wasser pro Minute – diesen Sommer dürften es sicherlich etwas weniger sein. Das Wasser tritt zwischen der undurchlässigen Molasse Schicht und dem darüber liegenden Schotter aus. Das kalkhaltige Wasser scheidet Quelltuff aus, der früher als Baustein verwendet wurde. Die einmalig schönen moosbewachsenen, feuchten Terrassen sind Lebensraum für viele Kleinlebewesen. Ein grandioses Naturschauspiel.

Ein langer und schmaler Tunnel, gut beleuchtet und auf der ganzen Länge mit farbigen Graffiti bemalt erspart uns einen grösseren Auf- und Abstieg.

Nein, kein Lunch heute aus dem Rucksack. Wenn es so etwas gibt wie das Zehendermätteli, dann wird mit Agnes eingekehrt. Wir haben es nicht bereut. Danke.

Zum Abschluss der Wanderung noch in die Therme. Leider seit einigen Jahren ausser Betrieb. Die Vicustherme, römische Badeanlage. Die Therme wurde ab 1937 vollständig ausgegraben und der Öffentlichkeit unter einem Schutzdach zugänglich gemacht. Die beheizten Räume sind, wie von Architekt Vitruv vorgeschrieben, nach Süden ausgerichtet.
Die Einteilung ist genial, wir würden darin gerne verweilen. Apodyterium (Umkleide), Tepidarium (lauwarmer Raum), Caldarium (warmer Raum), Alveus (Warmwasser Wanne) und zur Abkühlung Frigidarium und Piscina.

Mit vielen unverhofften Eindrücken, war der Zug zurück nach Wädenswil mit guten Diskussionen fast zu schnell am Ziel.

Berichterstatter:in
Elisabeth Kühne, Fotos: Hamy, Peter, Doris, Elisabeth