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Skitourenwoche Pyrenäen in Benasque TW (S/A/WS+ – ZS+) Christian Pittrof

Tourengruppe/-Typ Sektion, Skitour, Tourengruppen-Parent, Tourenleitende
Startdatum 2026-03-07
Enddatum 2026-03-15
Anmeldeschluss 2026-01-15
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Beschreibung

7.3.2026 – 15.3.2026 [Sa-So] Die Gebirgskette der Pyrenäen bietet viel wilde Natur mit abwechslungsreichen Landschaften, erstreckt sich über 430 Kilometer Länge und trennt die Länder Spanien und Frankreich. Wer hat Lust auf Skitouren der Superlative in Spanien? Der höchste Pyrenäengipfel, der Pico de Aneto bildet mit seinen 3404 Metern Höhe ein mögliches Highlight einer rundum kontrastreichen Skitourenreise.
Bevorzugt fliegen wir am Samstagvormittag (7.3.) von Zürich nach Barcelona (oder fahren von Wädenswil mit dem Auto los, wenn dies von einer Mehrheit gewünscht wird, ca 12 Stunden) und fahren mit einem gemieteten Van ca. 295km nach Benasque (1138m, vier Stunden) wo wir uns (voraussichtlich) im Hotel Hospital de Benasque einquartieren (http://www.llanosdelhospital.com/).
Vom Hospital starten wir in der ersten Hälfte unsere Tourenwoche mit Tagestouren um danach in der zweiten Hälfte ggf. mit der ein oder anderen Hüttenübernachtung im Refugio Estos (1859m im Valle Estos) oder Refugio La Renclusa (2140m) ein paar der zahlreichen 3000er im Gebiet von Benasque zu besteigen.
Wenn die Verhältnisse passen, versuche wir vom Refugio La Renclusa den höchsten Gipfel der Pyrenäen, den Pico de Aneto (3404m) zu erklimmen: Der Aufstieg ist abwechslungsreich, führt durch das Portillon Superior (das sogenannte obere Tor), welches die erste Schlüsselstelle darstellt, weiter traversieren wir bis unter den Gipfelanstieg des Aneto. Knapp vor dem Gipfel gilt es noch einen kurzen felsigen Blockgratabschnitt zu meistern, und wir stehen auf dem höchsten Punkt der Pyrenäen!
Am Samstag 14. März fahren wir spätnachmittags nach Barcelona zurück, um von dort am Sonntag 23. März nach Zürich zurückzureisen. Wer Lust hat, kann natürlich noch ein paar Tage in Barcelona dranhängen.
Die Teilnehmerzahl inkl. Tourenleiter ist auf Sechs begrenzt, und Anmeldeschkuss ist Ende Dezember 2025. Die Touren sollten 1500 Hm und den Schwierigkeitsgard ZS+ nicht überschreiten, und die neuntägige Reise dürfte um die CHF 2000.- kosten (wobei ich meinen Flug selbst bezahle und die Teilnehmer bitte meine restlichen Kosten untereinander aufzuteilen). In der Mitte der Tourenwoche können wir ggf. einen Ruhetag einlegen und die ein oder andere Sehenswürdigkeit am Fusse der Pyrenäen besuchen.

Tourenbericht

Teilnehmer:innen
Christof Jud, Stephan Haagmanns (Gast)
Verhältnisse
Viel Schnee, viel schönes Wetter

Ein aufdringliches «piep – piep – piep» ist zu hören, wie wir die Geschwindigkeitsbeschränkung von 90kmh auch nur um wenig überschritten. Wir halten die spanischen Strassenregeln gewissenhaft ein und erreichen unser Llanos de Hospital in Benasque auf 1600müM, mitten in den Pyrenäen. «Wir»; das sind Stephan Haagmans, Christof Jud und Christian Pitroff, der diese Woche organisiert hat.

Benasque liegt mitten in den Pyrenäen, unweit der französischen Grenze. Die Strassen und Ortschaften sind gesäumt von den für diese Region typischen dunkelgrauen Steinhäusern, nicht gerade schmuck, aber immerhin authentisch. Hoch erheben sich die Berge, und tief graben sich die Täler in die Landschaft. Es liegt dieses Jahr so viel Schnee wie selten.
Christian und Stephan starten am ersten Tag mit einer Eingehtour, die sie vorbei am Refugio Renclusa (2140m) Richtung Pico Pardena führt, wo sie von Punkt 2700m zum Hospital de Benasque (1750m) abfahren, wo wir untergebracht sind.
Am darauffolgenden Tag pausieren Stephan und Christof, während Christian vom Hospital aus über zum Pico de Maladeta (3312m) hinaufsteigt, dessen Gipfel zum Schluss über eine 45° steile Rinne mit Pickel und Steigeisen erklommen wird. Abfahrt über weite Hänge im Pulver, ein Genuss!
Auf 3045m thront der Tusse de Remune, ein fantastischer Skiberg direkt an der französisch / spanischen Grenze. Die Tour führt uns durch das enge und atemberaubende Valle de Remune, erst durch einen lichten Föhrenwald, dann immer weiter ansteigend über einen breiten Grat in nördlicher Richtung zum Gipfel. Die Abfahrt durch die enge Barranco de Remune (Barranco = Schlucht) ist ein Genuss, das Bier danach ebenso.
Ein Seitental weiter südlich und auch tiefer liegt das Valle de Literola. Nachdem wir die Ski ein wenig tragen müssen, steigen wir weiter an gegen den Tuca de la Estiveta de Literola. Der sehr steile Gipfelhang erlaubt uns eine unglaubliche Sicht auf die umliegenden Berge. Schlechtes Wetter zieht auf, die Wolken verhüllen bereits die umliegenden Gipfel, und die Sicht wird schlechter. Wir brechen die Übung vorzeitig ab und schenken uns den Gipfel für ein nächstes Mal.
Am Ende der Plan d’Estan d’Abaixo steigen wir langsam auf zum Refugio de la Renclusa. Die Übernachtung in einer spanischen Hütte ist eine interessante Erfahrung, und das Essen ist ausgezeichnet. Am Tag darauf steigen wir hoch und höher und noch höher und queren den Portillo Superior auf 2900m. Vor uns liegt der Glaciar d’Aneto, dahinter schnauben wir den steilen Gipfelhang zum Pico d’Aneto hoch. Bevor uns der Schnauf noch ganz ausgeht, haben wir den Gipfel bereits erreicht. Der Pico d’Aneto, der höchste Berg in den Pyrenäen ist immerhin 3404m hoch; so wenig ist das auch wieder nicht. Ein furchterregender stürmischer Wind bläst uns beinahe vom Grat und fegt uns Schnee ins eh schon verfrorene Gesicht – Brrr! Die Abfahrt grenzt schon an ein Wunderwerk der Natur, 1500m freie Hänge, wenig verfahren, Schwung nach Schwung, der absolute Höhepunkt.
Nach einer Woche verfinstert sich nicht nur die Wetterprognose, sondern auch das Wetter selbst. Wir geniessen notgedrungen noch einen schönen Tag in der Altstadt von Tarragona, und irgendeinmal ertönt eine monotone Stimme aus dem Lautsprecher «boarding um 18:30», zweifelsohne ein Zeichen dafür, dass wir unsere Skitourenwoche in den Pyrenäen abschliessen. Die Welt der Berge ist wunderbar, und wenn Du mal ihre Schönheit entdeckt hast, lässt sie Dich nicht mehr los, wo auch immer das sein mag.
Christof Jud

Berichterstatter:in
Christof Jud