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Münstertal TW (W/B/T2 – T3) Willi Streuli

Tourengruppe/-Typ Senioren, Tourengruppen-Parent, Wandern (T1-T3)
Startdatum 2026-08-03
Enddatum 2026-08-06
Anmeldeschluss 2026-06-12
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Beschreibung

3.8.2026 – 6.8.2026 [Mo-Do] Maximum total 12 Personen in Doppelzimmer des Familiengeführten Hotel Landgasthof Staila – Fuldera.
Angemeldete erhalten rechtzeitig genauere Angaben vom TL Willi: +41 793882757 / ws9050@gmail.com
Unsere Unterkunft:
Hotel Landgasthof Staila Fuldera
https://www.hotel-staila.ch Es hat noch 5 freie Plätze. Anmeldeschluss ist NEU 12.06.2026. Falls es noch freie Plätze hat!

Direkter Draht zur Unterkunft: Tel. Nr.+41 81 858 51 60 oder info@hotel-staila.ch
Wer ein Einzelzimmer wünscht soll sich rechtzeitig direkt beim Staila-Team melden mit Stichwort „Willi Wandertage August“.

Tourenbericht

Teilnehmer:innen
Christine & Bernard, Margrit & Roger, Lilo & Ernst, Ruth & Willi, Dorothea, Gaby, Peter
Verhältnisse
trocken, nicht zu heiss

Montag, 3.8.
Am späteren Vormittag trafen sich 11 Junggebliebene im Restaurant auf dem Ofenpass zur Senioren-Wanderwoche im wunderbaren Val Mustair. Die Meisten kannten sich seit vielen Jahren, waren schon zusammen auf zahlreiche Berge gestiegen oder hatten als OL-Läufer gemeinsam an Wettkämpfen teilgenommen.

Nach dem für alle Senioren vor dem Start sehr wichtigen Café ging es recht gemütlich südwärts hoch. Der Himmel war blau, doch ein leichter Wind strich über den Pass und kühlte uns ein wenig ab. Trotz einiger Stufen und mit Ketten gesicherten Abschnitten standen wir bereits nach einer Stunde auf dem “IL JALET” und schauten von dort in die Runde: Wir hatten zuerst etwas Mühe mit den zahlreichen, nicht sehr markanten Gipfeln. Wir erkannten dann aber bald den Buffalora sowie seine Nachbarn und genossen die Ruhe. Plötzlich tummelte sich in Begleitung eines Lehrers eine grosse Schar Schülerinnen und Schüler auf dem Grasrücken; sie skizzierten anscheinend die hübsche Aussicht.

Nach dem Zimmerbezug im Landgasthof Staila in Fuldera trafen wir uns zu einem vom Hotel gesponserten Apéro mit Käse- und Fleischstückchen und einem feinen Weissen. Und schon wurden wir von Alphornklängen nach draussen gelockt. In hübschen Trachten stand dort das Trio “Ils Infernals” mit einem bereits recht bejahrten Paar sowie einem deutlich jüngeren Musiker aus Zambia; sie sammelten mit ihrem Konzert für den Verein “Twatasha Sana” Geld, mit dem dieser in Zambia (Afrika) bereits mehrere Trinkwasserbrunnen bohren konnte.

Ein tolles Abendessen rundete den Tag ab. Suppe, dann Salat, dann ein wirklich feiner Hauptgang gefolgt von einem Tiramisu resp. einer kleinen Platte mit etwas Käse und Schinken.

Dienstag, 4.8.
Unser nur wenig abseits der Hauptstrasse gelegene Dorf war nachts so ruhig, dass man die viertelstündlichen Schläge der Kirche gut hörte – mindestens war das eines der Hauptthemen beim reichhaltigen Frühstück mit unterschiedlichsten Müesli, Fruchtstückchen, Käse, Speck oder auch weichen Eiern.

Und dann wurden wir mit einem kleinen Bus hochgefahren zum ab dem 12. Jahrhundert besiedelten Dörfchen Lü, welches im Winter 1951 von einer riesigen Lawine zum grossen Teil zerstört wurde – mitsamt dem Schulhaus und der Kirche. Die unzähligen Lawinenverbauungen hoch oben am Hang sollen heute eine Wiederholung dieses tragischen Ereignisses verhindern und die knapp 90 Einwohner schützen.

Von Lü auf 1920m ging es zuerst durch lichten Wald hinauf. Sonne und Schatten wechselten sich ab – überall hörte man die Glocken der unzähligen Kühe. Gemütlich aber stetig stiegen wir zu den höher gelegenen Alpweiden hinauf. Mit dem leichten Lüftchen war das wirklich angenehm. Die Zeit verging wie im Nuh – die einen unterhielten sich dabei angeregt; die anderen hatten dafür keine Luft mehr oder suchten am Schluss des Tatzelwurms ihre Ruhe.

Bei einem hübschen Seelein deponierten wir die überflüssige Ausrüstung und machten uns auf den letzten Abschnitt, der jetzt durch Geröll hinaufführte. Fast zuoberst trafen wir auf die Grenze zu Italien und liefen dieser entlang die letzten Meter zum Piz Terza auf 2908m hinauf. Dank dem zurückhaltenden Tempo und den zahlreichen Pausen erreichten alle den Gipfel – teils etwas erschöpft, aber glücklich strahlend. Hoch oben genossen wir den uneingeschränkten Rundblick auf den Ortler sowie zahlreiche weitere Gipfel.

Sonne und Wolken wechselten sich ständig ab. Zurück beim Seelein gab es noch eine Rast, den sogar einer unserer Wanderer zu einem kurzen Bad immer erfrischenden Wasser nutzte. Und schon waren wir wieder bei der Postautostation in Lü, wo wir von der jungen Chauffeuse darauf aufmerksam gemacht wurden, dass wir für eine so grosse Gruppe das nächste Mal doch gescheiter reservieren sollten – ok, wir haben verstanden.

Der Tag endete ohne Alphorn-Konzert aber erneut mit einem feinen Abendessen. Ein extrem aufmerksamer Service, liebevoll zubereitete Speisen und ein fröhliches Miteinander rundeten den perfekten Wandertag ab.

Mittwoch 5.8.
Nach dem doch ziemlich anstrengenden Dienstag gab es am Mittwoch eine leichtere Wanderung – eigentlich immer hinab in Richtung italienische Grenze. Mal rechts des Bachs Rom, mal links davon schlängelte sich ein schmaler Pfad. Fernsicht auf Berge hatten wir kaum, dafür immer wieder schöne Blumen und in den Ohren das Plätschern des Bachs. Das satte Grün der Wiesen und das Wasser in jedem noch so kleinen Bächlein zeigten klar, dass dieses Tal als eines der wenigen der ganzen Schweiz aktuell ausreichend Feuchtigkeit erhielt.

Der grösste Teil des Weges führte durch den lockeren Wald; zahlreiche Holzbänke luden ein zur Pause und einige geschnitzte Holzfiguren schauten uns stumm hinterher. Bei einem kleinen laufenden, oberschlächtigen Wasserrad machten wir eine längere Pause, von der wir kaum wieder in die Gänge kamen. Und ein Stückchen weiter unten lud das hier breitere Bachbett zur erneuten Pause; diesmal war es eine unserer Wanderinnen, welche das sichtlich frische Wasser genoss und kaum mehr raus wollte.

Während dem letzten Stück wurde es zunehmend heisser; der Wald lichtete sich und die Sonne brannte erbarmungslos auf uns nieder. Wir waren alle froh, als wir Mustair unweit der italienischen Grenze erreichten, und zogen uns dort ins Innere eines kleinen Restaurants zurück. Hier hätten wir wohl ewig bleiben können: Neben Engadiner Nusstorte, Birnenbrot und anderen Süssigkeiten gab es unterschiedlichste Konfitüren, Honig aus dem Tal sowie verschiedene Käse- und Fleischwaren zu kaufen – und auch vom Wein hätte es eine riesige Auswahl gehabt.

Wir zogen uns nach einer Pause mit Eis oder anderen Süssigkeiten sowie Getränken zurück und stopften uns in ein bereits sehr gut gefülltes Postauto. Wir waren alle sehr gespannt, wie der Chauffeur die Passagiere ohne Reservation an der Weiterfahrt hätte hindern wollen. Aber alle passten rein; nur an den Haltestellen kämpften sich jeweils ein paar Personen von den hintersten Plätzen zum Ausgang.

Auf dem Schattenplatz beim Hotel setzte sich ein Teil von uns wieder hin. Eine gute Gelegenheit, um erneut etwas zu trinken. Auch ohne viel Höhenmeter hatte uns dieser Tag recht müde und steif gemacht, sodass einige dankbar die von Ruth angeführten Dehnungsübungen absolvierten.

Auch heute wieder ein feines Abendessen, gepaart mit teils lustigen, aber auch nachdenklichen Gesprächen. Als kleines Highlight gab es ein kleines Dankeschön an Willi, der jeweils die Routen geplant und uns dann zum Ziel geführt hatte.

Donnerstag, 6.8.
Letztmals ein feines Frühstück. Ein zentrales Thema war, wann es dann wirklich etwas stärker zu regnen beginnt. Aber wir waren ja wohl früh genug unterwegs – bis zum Regen wären wir sicherlich wieder zurück. Nach dem Packen und Ausräumen der Zimmer fuhren wir mit dem Postauto erneut bis fast auf den Ofenpass, um dort zuerst ein Stückchen die Skipiste hoch und dann durch den Wald wieder langsam runter bis nach Fuldera zu laufen.

Relativ bald konnten wir von der doch etwas langweiligen Piste abbiegen – und sofort wurde es anspruchsvoll. Der Weg führte durch eine schmale Schlucht durch die Felsen hinab und dann einen längeren Abschnitt dem steilen Hang entlang über loses Geröll. Mit etwas gutem Zureden und Schritt für Schritt meisterten alle die einzige etwas kritische Stelle unserer Wanderwoche. Hier war wohl im Winter/Frühling viel Geröll abgerutscht und hatte den schmalen Weg teilweise zugedeckt.

Das Wetter meinte es gut mit uns: Kühl genug, um die wenigen Höhenmeter ohne grosse Mühe zu bewältigen – dann immer wieder sonnige Momente, welche für schöne Fotos oder einfach nur für das Bewundern der Aussicht sowie der wunderschönen Blumen zur Verfügung standen. Und bevor wir es realisierten, waren wir bereits wieder in Fuldera bei unserem Hotel angekommen.

Unter dem Sonnenschirm, der bereit war, um sich in einen Regenschirm zu verwandeln, genossen wir ein paar lustige Momente; dann hiess es Abschied nehmen. Kurz vor dem Ofenpass – im Postbus wie auch im Auto – bemerkten wir alle die erwarteten ersten Regentropfen.

Schön war’s – danke an alle für die Kameradschaft und Dank an Willi für das Führen.

Berichterstatter:in
Peter R. Bitterli