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Bike-Tourenwoche Valle Maira TW (BI/A/S2) Michael Kirsch

Tourengruppe/-Typ Biketour, JO (14-22J), Sektion, Tourengruppen-Parent
Startdatum 2025-06-14
Enddatum 2025-06-21
Anmeldeschluss 2025-04-19
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Beschreibung

14.6.2025 – 21.6.2025 [Sa-Sa] Bike-Tourenwoche im Piemont
Das Hotel Ceaglio (https://www.mtb-piemonte.it/de/) ist seit vielen Jahren in der Bike-Szene bekannt. In der Zwischenzeit sind 21 Tagestouren in unmittelbarar Umgebung des Hotel eingerichtet worden, es hat also genügend Möglichkeiten eine Woche zu füllen und spannend zu gestalten. Im Hotel ist man hervorragend untergebracht, es fehlt auch nichts für die Bikes.
Die Anforderungen an die Teilnehmenden sind anspruchsvoll, es gibt aber fast immer auch eine einfachere Variante und die Möglichkeit Teilstrecken zu shutteln. Täglich rund 1’500 – 1’800 Höhen- und Tiefenmeter (absolutes Max. 2’000 m), 35 – 60 km und Abfahrten im Bereich S2.
Auch E-Bike-Fahrer*Innen können an der Woche teilnehmen. Es besteht zudem die Möglichkeit, E-Bikes vor Ort zu mieten (muss angemeldet werden, Anzahl beschränkt).
Kosten Fr. 1’600.- all inklusive (Reise, Hotel Doppelzimmer mit HP, Getränke zum Znacht, Zwischenverpflegung unterwegs). Es fallen keine Spesen für den Tourenleiter an.

Tourenbericht

Teilnehmer:innen
Erika Frick, Heinz Günthard, Barbara Hartmann, Christina Kirsch, Nathalie Plüss-Thür, René Sunitsch, Andreas Walder
Verhältnisse
Ausgezeichnet

Tourenziele:
Sonntag: La Gardetta, Rocca la Meja, 39 km, 1’500 Höhenmeter
Montag: Colla dell’Encucetta - Colletto Canusio, 29 km, 1’250 Höhenmeter
Dienstag: Acceglio - La Colletta.- Colle di Bellino, 48 km, 1’850 Höhenmeter
Mittwoch: Colle San Michele - Colle della Cavallina, 41 km, 1’600 Höhenmeter
Donnerstag: Strada die Canoni – Strada Napoleonica, 57 km, 1’500 Höhenmeter
Freitag: La Gardetta, Colle d’Esischie – Colle die Morti (Patani-Denkmal) – Colle Preit, 39 km, 1’300 Höhenmeter

Wir sind im Hotel Ceaglio in Marmora-Vernetti auf rund 1'250 m ü. M. untergebracht. Das Hotel wird von der Familie Ceaglio geführt, mit viel Herzblut, liebevoll, hilfsbereit und sensationell organisiert. Für Biker gibt es keine offenen Punkte, komplette Werkstatt, Waschplatz, Einstellgarage, Miet-E-Bikes und Shuttle-Service für die ganze Gruppe. Die Zimmer sind alle individuell und sehr geschmackvoll eingerichtet. Die Küche ist einfach aber hervorragend. Es gibt täglich ein Menu mit vier Antipasti/Primi, einen Hauptgang mit zwei verschiedenen Fleischsorten (wir hatten keine Vegi in der Gruppe) und ein Dessert. Alles natürlich auch mit Nachschlag! Bester italienischer Kaffee und kein Theater, falls ein Cappuccino nach 11 Uhr morgens bestellt wurde. Auch der Weinkeller konnte überzeugen, Barolo, Barbera, Barbaresco zu genüge, sowie Grappa und Genepi.

Die Anreise am Samstag dauerte zu lange, um noch eine kurze Einfahrrunde mit dem Bike zu fahren. Am Sonntag dann schon das erste Highlight: Eine Runde in der La Gardetta-Hochebene. Doch zuerst sind da 1'100 Höhenmeter zu überwinden, teilweise bis 15% Steigung, zuerst auf Asphalt, dann noch ein paar Kilometer auf Kies. Im Refugio La Gardetta gibt es Kuchen zur Stärkung. Dann folgt die Hochstrasse über den Colle Cologna, Colle Margherina, Colle della Bandia und den Colle del Mulo. Ab hier folgt eine anspruchsvolle Abfahrt mind. S2, da der Weg noch nicht aufbereitet und vom erst kürzlich geschmolzenen Schnee noch ganz aufgeweicht ist. Parallel zur Passstrasse des Colle d’Esischie fahren wir auf dem Wanderweg bis kurz vor Tolosano, dann kurz auf der Strasse und den Rest wiederum auf einem Wanderweg direkt zum Hotel.

Der Montag steht im Zeichen zweier weniger Hohen Pässe im Wald. Der Aufstieg zum Colle dell’Encucetta führt über den ersten Teil der Strada Napoleonica, einem leicht steigenden Wanderweg in steilem Gelände. Die Abfahrt nach Bassura die Stroppo ist komplett aufgeräumt und verleitet einzelne Teilnehmer zu einem persönlichen Rennen. Dann geht es im Haupttal aufwärts nach Prazzo Superiore, wo wir vor verschlossenen Restaurants stehen und uns deshalb von unserem Rucksack-Notproviant ernähren müssen. Der zweite Aufstieg zum Colletto Canusio ist rund 600 Höhenmeter lang und mit Rampen bis 18% sehr anstrengend. Die Abfahrt zurück zum Hotel ist teilweise auf einem sehr steilen S2-Trail und wird nur von der Hälfte der Gruppe gefahren, die andere Hälfte nutzt die Strasse.

Am Dienstag folgt die Königsetappe, die Umrundung des Monte Bellino. Von Acceglio bis zum La Colletta sind 1'600 Höhenmeter zu überwinden. Die einsame Gegend entlöhnt für die Anstrengungen mit wunderschönen Ausblicken. Auf dem Pass verlassen uns drei Kolleg*innen und fahren dem Aufstieg folgend zurück zum Hotel. Es ist für die E-Biker zu unsicher, ob und wie die Umrundung schon möglich ist. E-Bike tragen ist praktisch nicht möglich! Die übrig gebliebenen nehmen die kurze Abfahrt auf die Nordseite des Bergs und den Aufstig zum Colle die Bellino in Angriff. Nach rund 45 Minuten stehen wir auf dem Sattel. Die folgenden 900 Tiefenmeter sind anspruchsvoll (S2), der Weg teilweise mit losem Geröll sehr schwierig zu fahren. Von Chiappera folgen wir dem Tal-Bikeweg, der allerdings nicht einfach abwärts führt, sondern einige Gegensteigungen beinhaltet. Wir lassen uns von Ponte Marmora mit dem Shuttle abholen.

Auf Tipp vom Hotel-Berater Peter nehmen wir am Mittwoch den Aufstieg zum Colle San Michele in Angriff. Nach den ersten rund 450 Höhenmeter auf Asphalt folgt ein sehr steiler Aufstieg auf Kies zum Pass. Dann eine sehr ausgesetzte Traverse bis zum höchsten Punkt und eine anspruchsvolle (S2) Abfahrt durch den Wald nach Chiosso. René rutscht von seiner Pedale und reisst sich das Schienbein auf. Er wird professionell von Erika und Nathalie verarztet. Von Chiosso müssen wir einen sehr steilen Weg nehmen, auch mit E-Bike nicht fahrbar. Er bringt uns alle an unsere physischen und psychischen Grenzen. Es besteht auf längeren Abschnitten Absturzgefahr. Der Weg ist äusserst eng (kaum mehr als Reifenbreite) und wegen starkem Bewuchs ist die talseitige Kante nicht sichtbar. Alle überstehen dieses Teilstück unbeschadet. Das Ganze hat allerdings sehr viel Zeit gekostet und wir müssen den geplanten Restaurantbesuch in Elva zugunsten von Studentenfutter und Wasser aus dem Brunnen opfern. Nach einem weiteren Aufstieg zum Colle della Cavallina folgt als Belohnung eine sensationelle Abfahrt via San Martina nach Bassura.

Am Donnerstag dann ein weiterer Leckerbissen: Die Strada die Canoni, eine kühn auf grosser Höhe in den Berg gebaute Strasse, die in den Weltkriegen für’s Militär genutzt wurde. Zwar nicht gerade eine Herausforderung für Biker, aber ohne diese Tour geht eine Valle-Maira-Woche keinen Falls. Damit das Biken nicht zu kurz kommt, hängen wir einen 1'000 Höhenmeter-Anstieg in grösstmöglicher Hitze an. So erreichen wir den zweiten Teil der Strada Napoleonica. Nach einer weiteren, sehr anstrengenden Schiebepassage folgt der Geniesserteil mit traumhaft flowigen Singletrails zurück zum Hotel.

Zum Abschluss der Woche geht es am Freitag nochmals in die La Gardetta Hochebene. Der Aufstieg zum Colle d’Esischie ist am frühen Morgen angenehm zu machen. Dann folgen die Pässe Colle die Morti mit dem Patani-Denkmal, der Colle Valcavera, der Colle della Bandia und der Colle Margherina. Die folgende S2-Abfahrt führt uns zum Colle Preit. Dann geht es auf schon mal verwendeter Strasse zum Rifugio La Gardetta hinauf. Hier geniessen wir Teigwaren und Polenta. Während des Mittagessens zieht ein Gewitter auf. Nach 30 Minuten abwarten entschliessen wir uns via Colle Preit zurück zum Hotel abzufahren. So viel wie möglich nutzen wir Wanderweg-Abschnitte. Das Gewitter holt uns nicht ein! So geniessen wir zum letzten Mal dieser tollen Woche ein Bier in den Liegestühlen und das folgende Nachtessen.
7 Tage schönes Wetter, 9'000 Höhen- und 11'000 Tiefenmeter (Shuttle sei Dank), keine Pannen und keine ernsthaften Verletzungen. Allen Teilnehmenden ein herzliches Dankeschön für die schöne gemeinsame Zeit, den Team-Spirit und das umsichtige Verhalten in schwierigem Gelände!

Berichterstatter:in
Michael Kirsch