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Bike Spezial Traversierung Südostschweiz TW (BI/A/S2) Michael Kirsch

Tourengruppe/-Typ Biketour, JO (14-22J), Sektion, Tourengruppen-Parent
Startdatum 2026-06-20
Enddatum 2026-06-26
Anmeldeschluss 2026-02-27
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Beschreibung

20.6.2026 – 26.6.2026 [Sa-Fr] Bike-Tourenwoche auf Singletrails durch die Sürdostschweiz.
In 6 Tagen von Samnaun nach Vicosoprano, mit Gepäcktransport. Täglich bis 1’600 Höhenmeter Aufstieg, die meisten Abfahrten S2. Ab und zu mit Bahnunterstützung. Maximal 8 Teilnehmende.
Auch für E-Bike, sofern die Fahrer*innen Rücksicht auf Bio-Biker*innen nehmen! Kosten ca. Fr. 1’400.- all inklusive (Reise, Hotelübernachtungen mit HP im Doppelzimmer, Essen und Getränke, Gepäcktransport und Auto-Unterstützung für Härtefälle).

Tourenbericht

Teilnehmer:innen
Andreas Walder, Nathalie und Marcel Plüss, Erika Frick, Simone Herzog, René Sunitsch, Roland Wehrli, Christina Kirsch
Verhältnisse
Heisse Sommerwoche ohne Gewitter, perfekte Verhältnisse auf den Trails

Nach einer etwas turbulenten An- und Abmeldezeit fahren wir am Samstag, 20.06.2026 mit insgesamt 8 Teilnehmenden, der Begleiterin und dem Tourenleiter nach Maloya. Auf dem Bergsteiger-Parkplatz deponieren wir zwei Fahrzeuge, der VW-Bus wird uns die ganze Woche als Gepäcktransport begleiten! Wir anderen schwingen uns auf den Sattel und fahren den Oberengadiner Seen entlang nach Samedan. Dort verladen wir in den Zug nach Lavin, um das letzte Stück wieder mit dem Bike nach Scuol zu fahren. Dazu nutzen wir die neue Hängebrücke zwischen Ardez und Aschera. In Scuol beziehen wir im Hotel Conrad unser Quartier für die ersten beiden Nächte. 50 km, 900 Höhenmeter, S1

Am Sonntagmorgen können wir eine halbe Stunde früher Frühstücken und werden bereits um 08:00 Uhr vom Bike-Shuttle abgeholt. Der bringt uns nach Samnaun, wo wir mit unserer eigentlichen Durchquerung beginnen. Zuerst müssen wir die sehr steile Rampe zum Zeblasjoch bewältigen (450 Hm mit 17% Steigung). Vom Joch führt ein neu gebauter Trail S1 zur Gampenalpe. Auf der Kiesstrasse geht’s dann nochmals aufwärts bis zur Heidelbergerhütte. Nach einer kleinen Stärkung mit Kaiserschmarrn und Topfenstrudel treiben uns Gewitterwolken auf den Bikesattel und hoch zum Fimberpass. Das Gewitter verzieht sich glücklicherweise wieder ohne uns zu treffen. So können wir die lange und anspruchsvolle Abfahrt zum Hof Zuort und weiter durchs Val Sinestra und via Crusch nach Sur En geniessen. Von Sur En folgen wir dem Inn entlang nach Scuol. 41 km, 1'600 Höhenmeter S2 (S3).

Leider ist das Val d’Uina wegen Murgängen nicht passierbar, weshalb wir am Montag umdisponieren und via San Jon ins Val S-Charl fahren. Nach einem Getränk beim Gasthof Mayor geht es vorbei am God Tamangur (höchstgelegener Arvenwald) zum Pass Costainas. Die kurze Abfahrt nach Lü stellt keine höheren Ansprüche. Ein kurzer, aber knackiger Gegenanstieg zur Alp Tabladatsch bringt uns zum Start eines 12.5 km langen Trailspass. Zuerst horizontal zur Alp Terza, dann steil hinab nach Müstair und zuletzt aufwärts auf dem neu angelegten Trail nach Fuldera. Hier steigen wir im Hotel Staila ab und lassen uns von der ausgezeichneten Küche verwöhnen. Leider endet das Bike-Abenteuer hier für Simone, die sich nach einem Sturz an der Hand verletzt. 45 km, 1'800 Höhenmeter S2 (S3).

Am Dienstag nutzen wir die klassische Strecke des Nationalpark-Marathon hinauf nach Döss Radond und durch das wunderschöne Val Mora zum Lago di San Giacomo. Hier müssen wir über eine in Bau befindliche Brücke schleichen, zum Glück sind die Bauarbeiter gerade am Mittagessen! Das erspart uns einen Umweg von rund 8 km. Der anschliessende Aufstieg zur Alp Casine de Terla ist nicht nur wegen der Hitze nicht zu fahren, sondern auch wegen der sehr steilen Strasse (max. 22%). Auf der Alp genehmigen wir uns ein kühles Getränk bevor wir den letzten Anstieg zum Col Terla in Angriff nehmen. Hier sind wir bereits im Einzugsgebiet von Livigno und die Wanderwege wurden für Biker speziell verbessert. So können wir das Meiste fahren, auch aufwärts. In Livigno stürzen wir uns ins Touristengewühl und genehmigen uns ein echt italienisches Gelati. Unsere Unterkunft, die Paradise-Lodge liegt etwas ausserhalb, wird aber ihrem Namen gerecht. Wir verbringen eine Nacht in ****+-Standard mit Swimmingpool, Sauna und ausgezeichnetem Essen. 44.3 km, 1'200 Höhenmeter, S1 (S2).

Am Mittwoch geht es auf Trails aufwärts zum Passo Foscano und nach einem kühlen Getränk abwärts Richtung Bormio. Beim Aufstieg stirbt die absenkbare Sattelstütz von Marcel und er kehrt auf Asphaltstrasse und einem Downhill zurück nach Livigno. Dort sind die Chancen am grössten, zeitnah Ersatz zu bekommen. Die restlichen 7 fahren auf der wunderschönen Route des Alta Rezia Trails Richtung Pass da Val Viola der Schweiz entgegen. Auf dem Pass holt uns auch Marcel wieder ein, obschon er in Livigno fast zwei Stunden auf seine neue Sattelstütze warten musste!! Die Abfahrt via Rifugio Lungaqua Saoseo (mit einer kleinen Stärkung in Form von Rhabarberkuchen) nach Poschiavo hat es in sich und einige Stellen müssen wir schieben. Kurz vor Poschiavo nehmen Nathalie und Marcel noch eine Abzweigung und nach erneutem Aufstieg geniessen sie den Downhill auf dem brandneuen Trail Doppio Espresso. Unser Hotel Centrale liegt, wie der Name umschreibt, mitten im Dorfzentrum. 53.2 km, 1'200 Höhenmeter, S2 (S3).

Das nächste Highlight der Woche folgt am Donnerstag. Nach gemütlichem Einrollen entlang des Lago di Poschiavo und der Abfahrt nach Brusio folgt der Sauna-Aufstieg zum 1'600 m höher gelegenen Col d’Anzana. Auf 15 Uhr ist ein Bike-Shuttle zum Berninapass in Tirano bestellt. Wegen der Hitze und den schon etwas schwereren Beinen nach den Anstrengungen der letzten Tage, dauert der Anstieg etwas länger, als vom Tourenleiter eingeplant. Einzelne Biker*innen machen für ein kurzes Stück des Aufstiegs mehr oder weniger freiwillig Gebrauch vom hier kursierenden Postauto! Mit knapp einer Stunde Rückstand auf die Marschtabelle erreichen alle den Pass. Statt der eingeplanten 3 Stunden bleiben gerade noch 2 für die anspruchsvolle, rund 1'800 Tiefenmeter lange Abfahrt nach Tirano. Der Trail hält was er verspricht und ist traumhaft angelegt. Immer wieder haben wir herrliche Tiefblicke nach Tirano. Und es mach soviel Spass, dass wir schon nach 1:20 Stunden in Tirano in der Gelateria sitzen! Der Shuttle funktioniert hervorragend und wir können die Abfahrt vom Bernina Hospiz auf dem wunderbaren Trail nach Morteratsch geniessen. 50.4 km, 1'700 Höhenmeter, S2.

Schon ist es Freitag und zum Abschluss der Woche ist ein Experiment angesagt. Statt den einfacheren Weg durchs Oberengadin wählen wir nach einer kurzen Seilbahnfahrt zum Signal in St. Moritz den Biketrail zur Julierpass-Strasse. Hier versuchen wir zu zweit auf dem Wanderweg zur Passhöhe zu gelangen, müssen aber auf halbem Weg aufgeben und uns dank fehlender Brücke barfuss durch das Flüsschen Ova da Valun kämpfen. Um den Zeitverlust wieder wett zu machen, nehmen wir bis nach Bivio die Passtrasse anstelle der unsicher zu befahrenden Wanderwege. Im Sommer 2026 soll der Pass biketauglich ausgebaut werden, dafür sind wir offensichtlich noch etwas zu früh! Zum Abschluss geht es nun noch bei grosser Hitze hinauf zum Septimerpass. Erinnerungen an die Jubiläumstour 2016 kommen auf, wo wir mit bis zu 30 cm Neuschnee über den Pass geradelt sind! Auf der bergeller Seite wartet ein anspruchsvoller Trail bis nach Casaccia und die Abfahrt auf dem offiziellen Biketrail hinunter zu unserem Zielort in Vicosoprano. Die Autofahrer müssen noch die abgestellten Fahrzeuge vom Maloyapass holen, bevor auch sie sich im Hotel Corona ein Bier gönnen können. 54.1 km, 1'250 Höhenmeter, S2 (S3)

Eine super Woche mit einer perfekten Gruppe ist Geschichte. Alle Tage schönes Wetter, wenn auch manchmal etwas zu heiss. Leider ein Unfall, der für Simone den Abbruch der Woche bedeutete. Wir wünschen gute Besserung und freuen uns, wenn es bald wieder auf dem Bike klappt. Alle Unterkünfte haben überzeugt und können weiterempfohlen werden. Es hat so viel Spass gemacht, dass der Tourenleiter bereits wieder über eine Tourenwoche im 2027 nachdenkt! Und ein spezielles Dankeschön an unsere Gepäcktransporterin Christina!

Berichterstatter:in
Michael Kirsch