| Startdatum | 2026-04-20 |
| Enddatum | 2026-04-24 |
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Liebe alle
Für mich war das Gauli Gebiet eine Entdeckung die ich mit Euch teilen möchte. Für andere eher wahrscheinlich eine Bestätigung. Zusammen mit Urs von Gunten – einige kennen ihn von seinem Vortrag an der Etzel-Zusammenkunft 2024 – verbrachten wir einige Skitouren Tage im Gauli-Gebiet.
Kurz zusammengefasst: Das Gauli ist eine entlegene Skitourenperle im Schatten der Berner Oberländer Viertausender, dem es an nichts mangelt. Wir waren beeindruckt von der Weite des Gebiets sowie vom Blick auf das Schreckhorn und weitere Giganten des Berner Oberlands.
Der Zugang zur Gaulihütte ist anspruchsvoll; entweder aus dem Urbachtal, via Bächlitalhütte oder von Rosenlaui. Damit ist auch erwähnt, dass ein Rückzug bei unsicheren Verhältnissen schwierig wird. Mit ÖV und Alpentaxi gelangt wir zum Räterichsbodensee (Grimsel). Von dort sind es rund 2 Stunden zur Bächlitalhütte. Am Folgetag ging es via Hubelhorn ins Gauli.
Lohnende Skitourenziele in dieser grossartigen Umgebung sind unter anderem Hubelhorn, Ankenbälli, Hängendgletscherhorn, Rosenhorn und Golegghorn. Das Ewigschneehorn konnte nicht mehr begangen werden, da der abschmelzende Gletscher ein Felsband freigelegt hat, das dieses Jahr noch nicht überwunden wurde.
Einige Informationen zum Gebiet:
- Beide Hütten sind sehr modern, verfügen über kein Internet. Entsprechend sollten alle Routen und Varianten im Voraus geplant und offline verfügbar sein.
- Die Gaulihütte ist bei schlechter Sicht sehr schwer zu finden. Das Gelände ist unübersichtlich, und das Kartenbild lässt sich nur schwierig auf die Landschaft übertragen. Der Gegenanstieg ab dem Gaulisee dauert etwa eine Stunde.
- Der Gaulisee konnte nicht mehr überquert werden, da sich viel Schmelzwasser auf der Oberfläche befand und die Ränder teilweise offen waren. Auf der Karte ist jedoch eine geeignete Brücke zur Flussüberquerung eingezeichnet.
- Den Abstieg via Rosenhorn nach Rosenlaui trauten wir uns wegen den hohen Temperaturen und dem sehr steilen Hängen beim Rosenlaui Biwak nicht zu. Der Abstieg ins Urbachtal ist keine eigentliche Abfahrt: Zunächst geht man etwa eine Stunde horizontal auf dem Sommerweg, bevor das Gelände abrupt sehr wird.
Das Gebiet steht zudem im historischen Kontext des Dakota-Absturzes, der als Beginn der alpinen Luftrettung gilt. Die Leistungen der Rettungskolonnen im November 1946 waren enorm. Eine zentrale Rolle spielte dabei der spätere Lhotse-Erstbesteiger Ernst Reiss. https://de.wikipedia.org/wiki/Ernst_Reiss
Weitere Informationen und spannendes Filmmaterial finden sich hier:
https://media.zem.ch/01WS/1946/SFW_0288.mp4#t=73,348