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Castor 4226m – Liskamm geplant – Wetterentscheid getroffen

Startdatum 2026-06-10
Enddatum 2026-06-12

Tourenbericht

Teilnehmer:innen
Denise Angst
Verhältnisse
Schön

Ursprünglich war eine Hochtour von Zermatt über den Castor mit anschliessender Liskamm-Überschreitung zur Monte-Rosa-Hütte geplant.

Mittwoch, 10. Juni 2026 – Anreise und Theodulhütte:
Mittags erreichen wir Zermatt. Das Dorf zeigt sich wie gewohnt lebhaft, während das Matterhorn vollständig in Wolken gehüllt ist. Viele Besucher hoffen auf einen kurzen Blick auf den berühmten Gipfel.
Mit dem Halbtax fahren wir zur Testa Grigia und steigen in rund 30 Minuten zur Theodulhütte ab. Am Abend nutzen wir die Zeit, um unsere Abläufe im Schnee nochmals zu repetieren: Anseilen, Sicherungstechnik und Sturztraining.

Donnerstag, 11. Juni 2026 – Castor 4226m:
Früh am Morgen steigen wir zur Station Testa Grigia auf und fahren zum Kleinen Matterhorn. Um 10:15 Uhr starten wir auf 3883 m.
Bei bestem Wetter erleben wir eine eindrückliche Hochgebirgslandschaft. Rund um uns zeigen sich Breithorn, Roccia Nera, Pollux, Castor, Dent d’Hérens, Matterhorn, Obergabelhorn und Zinalrothorn.
Der Castor präsentiert sich in sehr guten Verhältnissen. Nur im oberen Gipfelbereich treffen wir auf eine kurze Blankeispassage. Nach rund fünf Stunden erreichen wir den Gipfel und geniessen die weite Rundsicht inmitten der Walliser Hochalpen. Der Abstieg über den Firngrat Richtung Felikjoch und weiter zum Rifugio Quintino Sella verläuft problemlos. In der schön renovierten Hütte auf 3585m lassen wir den Tag gemütlich ausklingen und besprechen die Planung für den folgenden Tag.
In der Nacht nehmen Bewölkung und Wind bis 60 km/h deutlich zu, zudem fehlt eine Spur am Liskamm. Wir beurteilen die geplante Überschreitung deshalb neu und entscheiden uns für den Verzicht auf die Fortsetzung der Tour. Die Sicherheit steht im Vordergrund – der Liskamm bleibt als Ziel bestehen.

Freitag, 12. Juni 2026 – Abstieg:
Der Abstieg führt uns über Stafal ins Tal. Da die Bahn ab Colle della Bettaforca nicht in Betrieb ist, bringt uns ein Taxi nach Stafal. Von dort reisen wir von Pont-Saint-Martin mit dem Bus nach Ivrea und mit dem Zug via Milano weiter in die Schweiz.
Nach einer zusätzlichen 2-stündigen Wartezeit aufgrund einer Lokpanne kurz vor Arth-Goldau erreichen wir am Abend unser Zuhause.

Fazit:
Auch wenn die Liskamm-Überschreitung nicht möglich war, bleibt die Tour in bester Erinnerung. Der Castor bot ausgezeichnete Bedingungen, die Landschaft war eindrücklich, und der Entscheid zum Verzicht auf die Fortsetzung war unter den gegebenen Verhältnissen konsequent.
Der Liskamm verbleibt als zukünftiges Ziel – schön war’s.

Berichterstatter:in
Daniel Tanner