| Tourengruppe/-Typ | Sektion, Skitour, Tourengruppen-Parent |
| Startdatum | 2026-05-18 |
| Enddatum | 2026-05-23 |
| Anmeldeschluss | 2026-04-30 |
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| Beschreibung | 18.5.2026 – 23.5.2026 [Mo-Sa] Mit dem Velo und den Tourenski von Wädenswil auf den den Mont Blanc. Wir fahren mit dem Velo und den Ski in zwei Tagen nach Chamonix (320km). Bis zum Tunnelportal des MB. Tunnels (1250m) mit dem Velo, dann mit aufgebundenen Ski zur Skiroute Richtung Grand Mulet Hütte (3051m).
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Seit ein paar Jahren machen wir ja schon unsere Veloskitouren, in der Regel als anstrengende Tagestour. Der Mont Blanc reizte mich schon lange und so habe ich mal vorsichtig bei Jan und Marcel angefragt, ob sie da eventuell mitkommen würden. Beide waren sofort dabei, also schrieb ich es als Tour aus.
Unsere Reisegruppe war inzwischen auf 6 Teilnehmer angewachsen, alle haben sich im Vorfeld vorbereitet, vor allem auch was die Ausrüstung und Veloinstallation betraf. Wir starteten wie immer in Wädi am Güterschuppen, diesmal nicht um Mitternacht, sondern um 7.00 Uhr in der früh. Am See entlang ging es flott nach Züri, weiter nach Bremgarten, durch den Aargau nach Bern. Hier folgten ein Fototermin am Bundesplatz und eine zufällige Teilnahme an einer LGBTQ-Kundgebung. Übernachtet haben wir in einem alten Spital (zum Hostel umgebaut, sehr gute Unterkunft, Platz für die Velos, gutes Frühstück).
Ca. 10 h Fahrt, 150km, 1200hm.
Am Sonntag ging’s bei bestem Wetter, abseits der Hauptstrassen durch den Kanton Fribourg, bis nach St. Maurice. Es war ein sehr entspanntes Velofahren mit wenig Verkehr durch wunderschöne Dörfer.
Übernachtung in einem Bungalow auf dem Camping. Ca.8h Fahrt, 140km, 1200hm.
Montags fuhren wir bei gelegentlichen Schauern von Martigny aus vorbei am Lac d’Émosson. Für uns Rennvelofahrer war dies am anstrengendsten (die Graveller hatten es leichter) mit 1h Veloschieben. Am Ende folgte eine schnelle Abfahrt im Regen nach Chamonix. Hier gönnten wir uns erstmal die obligatorischen Burger im Poco Loco und checkten dann in der Jugi ein.
Ca. 4h Fahrt, 53km, 1500hm.
Am nächsten Morgen stiegen wir am Tunnelportal vorbei auf, passierten die alte Mittelstation „la Para“ und konnten ab 2300m unsere Ski montieren (die Turnschuhe deponierten wir hier für den Abstieg). Wir machten schnell Höhe und trafen bald auf die Spur der Seilbahnbenutzer. Kurz vor der Jonction seilten wir uns an und passierten diesen eindrücklichen Gletscherbruch.
Nach 6h und 2000hm Aufstieg erreichten wir die Grands Mulets Hütte. Da das Wetter am nächsten Tag gut werden sollte, entschieden wir, schon am nächsten Tag den Gipfel zu besteigen und nicht zwei Tage auf der Hütte zu verbringen.
Um 2.45 Uhr klingelte der Wecker, wir starteten gegen 4 Uhr. Es schneite leicht, die Spur vom Vortag war nur noch teilweise zu sehen. Die französischen Bergführer liefen lieber hinten...
So lag es an uns, die Spur bis zum Petit Plateau zu legen. Von da an übernahm dann ein Bergführer das Spuren. Die meisten liefen den Bergführern hinterher, wir stiegen nach rechts auf in Richtung Vallot Biwak. Hier legten wir eine kurze Pause ein und assen etwas. Wer noch hatte, zog sich eine weitere Schicht gegen die Kälte an, denn es waren etwa -15°C, mit Windchill wahrscheinlich noch kälter.
Kurz nach dem Biwak ging es zu Fuss, mit Steigeisen, am kurzen Seil weiter. Es gab kaum Spuren, mit uns waren nur zwei andere Seilschaften unterwegs. Sie sind schon nachts um 1 Uhr gestartet via Dome Gouter Nordgrat.
Wir wechselten uns beim Spuren ab und erreichten so nach langen zwei Stunden den Gipfel.
Es war anstrengend bis hierher, umso glücklicher waren wir, als wir nach fünf Tagen Anstrengung unser Ziel erreichten, und dies alle zusammen.
Die Abfahrt war dann mehr Höhe vernichten als Abfahrtsgenuss. Der Schnee war zu schwer, die Beine zu schwach. Nach einem kurzen Zwischenhalt an der Hütte, folgte der Abstieg bis zum Schuhdepot. Die letzten 1000hm mussten wir dann noch zu Fuss, mit aufgebundenen Ski zurücklegen.
Nach mehr als 16 Stunden, 2200hm rauf und 3700hm runter waren wir ziemlich kaputt und dennoch sehr zufrieden. Das Highlight dieser Woche ist definitiv der Erfolg, dass alle Teilnehmer auf dem Gipfel gestanden haben und die ganze Woche unfallfrei verlief.
Hier noch ein paar Eindrücke von Philipp:
"Die fünf Tage waren ein Erlebnis, in dem die Stärke einer Gemeinschaft zum Ausdruck kam. Sechs Individuen mit einem eigenen Profil begeben sich auf eine Unternehmung, bei der viele Faktoren zusammenpassen müssen. Während der Vorbereitung und in den ersten Tagen war ich von Unsicherheit über die zu erbringende Leistung begleitet. Doch individuelle Leistung und äussere Umstände sind keine Garantie für bergsteigerischen Erfolg. Was es braucht, ist ein funktionierendes Team mit einem umsichtigen Leiter. Gunther setzt auf Schwarmintelligenz und konsolidiert die verschiedenen Meinungen zu einem Konsens. Genau das funktionierte besonders gut, und unsere individuellen Stärken ermöglichten es uns, ein kaum vorstellbares Ziel zu erreichen.
Persönlich bin ich überglücklich über diese Tage und erfüllt, dass unsere Sektion so etwas gelang und ich meine Besteigung vom 1. Mai 1984 wiederholen konnte. Herzlichsten Dank and Gunther und alle Teinehmenden Philipp"
Hier noch ein paar Eindrücke von Jan:
"Am eindrücklichsten bleiben mir die letzten 500 Höhenmeter in Erinnerung. Den Gipfel im Blick, und doch noch so weit weg. Wie wir uns als Seilschafte motivieren konnten und wie man Kräfte freimachen kann, auch wenn der Körper eigentlich nicht mehr will. Mit dem Wind der immer stärker wurde und man hautnah spürt, dass man auf einer Höhe ist, wo es schnell gefährlich werden kann. Und dann die letzten Schritte wo kkar wird, dass wir es geschafft haben. Die Mischung aus Glücksgefühlen, Dankbarkeit und Freude. Vorallem, wenn man dies mit so tollen Weggefährten teilen kann. Das ist ein ganz grosses Geschenk."
Hier noch Marcels Eindrücke:
Es ist schon mal fast unglaublich, dass sich sechs Personen für diese lange Tour anmelden. Und dann stehen auch alle pünktlich um 7 Uhr bereit am Bahnhof Wädenswil, jeder mit seinem nach eigenem Stil vollbepacktem Velo. Flott und doch nicht am Limit geht die Fahrt voran, mit Navigation und Windschatten wechseln wir uns ab. Dank hungrigen Bäuchen einigen wir uns jeweils auch schnell auf ein Restaurant. Dank guter Etappeneinteilung erreichen wir Chamonix erholt - oder ehrlicher gesagt, nicht völlig entkräftet.
Noch unglaublicher ist, dass wir ohne einen einzigen Platten oder sonstigen ernsten Zwischenfall in Chamonix ankommen und am Mittwoch alle sechs zusammen auf dem Gipfel stehen!
Danke Gunther für die gute Planung der Etappen und Unterkünfte, deine Führung und die sichere Navigation zwischen all den Schlaglöchern, nassen Dolendeckeln und Gletscherspalten hindurch.
Diese Tour lässt sich kaum mehr steigern - nächstes Jahr bin ich auch wieder für etwas naheligenderes zu haben :-)
*am Genfersee wurden wir von einem alten T2 (VW Bus) überholt. An diesem klebte der Aufkleber mit diesem Motto.