| Tourengruppe/-Typ | Senioren, Tourengruppen-Parent, Wandern (T1-T3) |
| Startdatum | 2024-07-16 |
| Enddatum | 2024-07-24 |
| Anmeldeschluss | 2024-02-28 |
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| Beschreibung | 16.7.2024 – 24.7.2024 [Di-Mi] Diese faszinierende, sehr dünn besiedelte Gegend möchte ich Dir näher bringen.
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Tourenbericht Wanderwoche auf Senja, Norwegen
Nicht nur altersmässig war ich das Küken, auch mit meinen 0 SAC-Mitgliedjahren (so stehts auf dem Ausweis) definitiv ein SAC-Greenhorn. Da ich Willi jedoch seit Jahrzehnten durch den Orientierungslauf kenne, wusste ich, worauf ich mich einliess.
17.7.24 Tromsø und Sommarøy / 2.6 km, 210m
Kaum in Tromsø gelandet, wurden die Autos übernommen, Lunch eingekauft und bereits auf dem Parkplatz begegneten wir den ersten Rentieren. Die eindrucksvolle Fahrt nach Sommarøy bot uns bereits viele Eindrücke. Einen Kurzhalt für unser Picknick und schon durften wir die Wanderschuhe schnüren. Wir bestiegen den Nordkollen, 216m.
Die Aussicht auf die weissen Sandstrände, die diversen Blautöne des Meeres und
die roten Häuser war genial. Dies war nur ein kleiner Vorgeschmack auf die
kommenden Tage.
Die Frauen konnten es nicht lassen, ein Fussbad im Atlantik zu nehmen.
18.7.24 Segla, 639 m / 6km, 600m
Möchte man auf Senja einmal so etwas wie Wanderrummel erleben, dann ist der Segla die erste Adresse. Sein spektakulärer Steilabfall in den Mefjord und seine
überhängende Gipfelwand haben ihn zu einem Wahrzeichen der Insel gemacht.
Nichtsdestotrotz möchten auch wir diesen Muss-man-gemacht-haben-Gipfel
besteigen. Ein breiter Wanderweg führte uns durchs Birkenwäldchen zu einer
Hochebene mit einem See. Weiter gings zu einem Sattel, wo wir uns für den happigen Schlussaufstieg stärkten: 300 Höhenmeter auf 600m Distanz. Die atemberaubende Aussicht auf die tiefblauen Fjorde und umliegende Berge machte die Anstrengung wieder wett. Die nach Westen 600m steil abfallende Klippe gab jedem, der sich traute, über den Rand zu schauen, einen Adrenalinkick.
Mitternachtssonne #1
Senja ist die zweitgrösste Insel Norwegens und liegt 350 km nördlich des arktischen
Polarkreises (ca. 69°N). Das Nordkap übrigens liegt nur unwesentlich nördlicher
(71°N). Noch bis zum 24. Juli herrscht auf Senja Polartag, die Sonne sinkt also nicht
unter den Horizont, es ist 24 Stunden hell. Da die Wetterprognosen wolkenlosen
Himmel vorhersagten, wollten wir uns das Beobachten der Mitternachtssonne nicht
entgehen lassen. Wir suchten ein gemütliches Plätzchen und genossen den Anblick dieses unvergesslichen Naturphänomens.
19.7.24 Hesten, 534 m / 6.8 km, 515m
Nach einer kurzen Nacht gings heute auf eine gemütliche Tour. Im Gegensatz zum
Vortag begegneten wir keiner Menschenseele. Beim Aufstieg wurde fleissig mit
Farnwedel herumgefuchtelt. Man hätte meinen können, es handle sich um ein spezielles Fitnessprogramm - es diente jedoch lediglich der Bremsenabwehr. Zum Glück wehte auf dem Fjell eine leichte Brise. In weiter Ferne konnten wir ein Rentier
und Birkhühner beobachten. Und immer wieder blieb genug Zeit, um unbekannte Blumen zu bestimmen. So lernten wir den schwedischen Hartriegel, das Blutauge, Moorlilie,die Moltebeere, usw. kennen.
20.7.24 Kaperdalsveien / 5.3 km, 440m
Unser Startpunkt lag für einmal nicht auf Meereshöhe, sondern auf 350 m.ü.M auf
der mit Seen angereicherten Hochebene Kaperdalsveien. Die zu Beginn vorhandenen Nebelschwaden verzogen sich bald und ein weiterer sonniger Tag erwartete uns. Wir wanderten ein kurzes Stück auf einem Fernwanderweg, welcher
uns über Steinblock- und Schneefelder führte. Vom Sattel gings dann über eine
Steinwüste zu einem Gipfel. Dort angekommen sahen wir in der Ferne eine
Rentierherde. Auch den Rentieren war es zu warm. Sie suchten eine Abkühlung auf
dem Schneefeld. Das Highlight dieses Tages war aber dann die Beobachtung eines imposanten Rentierbullen mit seinem mächtigen Geweih aus nächster Nähe. Wir staunten, wie er sich mit Leichtigkeit über das Schneefeld bewegte.
21.7.24 Første – Andre – Tredje Svanfjell 920m / 11.8 km, 1025m
Heute stand eine Drei-Gipfeltour auf dem Programm. Beim Førsta Svanfjell stürzte
1966 ein Militärflugzeug ab. Im Umkreis von 100 m sind noch diverse Teile zu finden.
Das Gmüetlich-Grüppli machte sich nach einem ausgiebigen Mittagsrast auf dem ersten Gipfel wieder an den Abstieg, während ein kleiner Trupp die Drei-Gipfel-Tour vollendete. Vom ersten bis zum dritten Gipfel war der Weg kaum markiert. Mehrheitlich bestand das Gelände aus Steinblöcken, was das Vorwärtskommen ziemlich erschwerte. Doch die Aussicht war einmal mehr traumhaft. Nach 11.5 km
und 1020 Höhenmetern erreichten wir müde, aber zufrieden das Auto.
22.7.24 Grytetippen, 885 m / 7.2 km, 810m
Das Beste kommt zum Schluss - das hat sich auch Willi gedacht und die Königsetappe auf den vermeintlich letzten schönen Tag - so vorhergesagt - aufgespart. Einmal mehr starteten wir in der prallen Sonne, morgens um 11 Uhr bei
26°. Zuerst gings durch ein Birkenwäldchen hoch, dann über niedere Vegetation und kurz vor dem Sattel forderte ein Blocksteinfeld unsere Trittsicherheit und
Gleichgewichtsfähigkeit heraus. Nach diesem schweisstreibenden Aufstieg wurden wir mit einer atemberaubenden Aussicht belohnt. Eine kleine Delegation erklimmte noch den Gipfel des Grytetippen auf 885 m.
Mitternachtssonne #2
Weil das Beobachten der Mitternachtssonne ein eindrückliches Erlebnis war, wollten wir sie nochmals bestaunen. Nach einer knappen Stunde Fahrt erreichten wir das Dörfchen Langbaren mit seinen vorgelagerten Inselchen. Wir erklimmten einen kleinen Hügel und legten uns aufs mitgebrachte Mätteli. Einige Wolkenbänder verdeckten dieses Mal teilweise die Sonne, was jedoch wegen dem intensiven Farbenspiel auch seinen Reiz hatte. Die Sonne touchierte bereits den Wasserhorizont, was ein Zeichen dafür ist, dass die Mitternachtssonne an diesem Ort nicht mehr lange zu sehen sein wird. Dankbar, dieses Naturphänomen nochmals
erlebt zu haben, fielen wir um 2 Uhr müde ins Bett.
23.7.24 Veten, 301 m / 7.7 km, 300m
Wir wussten, dass das Wetter an unserem letzten Wandertag schlechter werden wird. Der Regen liess jedoch bis 17 Uhr auf sich warten. So genossen wir einen weiteren sonnigen Tag bei angenehmen 24°C. Willi zeigte uns noch die südlichste
Ecke von Senja. Wir hatten die Wahl einer Küstenwanderung in den Fussstapfen von Königin Sonja „Königinnenweg“ oder einen Hügel zu erklimmen. Einstimmig gings bergauf. Die Vegetation war wieder ganz anders. Das rosa leuchtende Heidekraut, gemischt mit Heidelbeeren und Föhren begleitete uns den halben Weg, bevor es in die karge Vegetation überging. Der Wanderweg war für einmal leicht zu begehen.
Von oben genossen wir eine 360° Rundumsicht.
24.7.24 Rückflug / Weiterreise
Früh morgens gings wieder Richtung Tromsø. Nach einer 2,5-stündigen Autofahrt
verabschiedeten wir uns auf dem Flughafen von Tromsø voneinander.
TUSEN TAKK an Willi fürs Organisieren einer grossartigen und abwechslungsreichen
Wanderwoche. Sie wird uns bestimmt noch lange in bester Erinnerung bleiben.